Energie, die Leben verändert
Seit 2005 engagieren wir uns im Dorf Debo, etwa 450 Kilometer nordwestlich von Addis Abeba. Gemeinsam mit lokalen Partnern wurde hier eine Anlage zur Stromgewinnung durch Wind- und Solarenergie aufgebaut – ein entscheidender Schritt für die Entwicklung der Region. Was zunächst wie ein technisches Projekt klingt, hat den Alltag vieler Menschen grundlegend verändert.
Was das Projekt bewirkt
Durch die Stromversorgung erhalten immer mehr Menschen Zugang zu grundlegender Infrastruktur:
- elektrische Beleuchtung in Haushalten statt Petroleumlampen
- Betrieb einer Wasserpumpe für die Versorgung vor Ort
- Nutzung von Strom in Schule, Klinik und öffentlichen Einrichtungen
- Möglichkeit, Handys aufzuladen und Kommunikation zu verbessern
Die Anlage ist dabei nicht nur Energiequelle, sondern auch ein zentraler Treffpunkt für die Dorfgemeinschaft. Menschen aus einem großen Umkreis kommen hier zusammen – für Austausch, Versorgung und neue Möglichkeiten.

Wolde Giorgis Demissie
Mit persönlichem Engagement und tiefem Verständnis für die Region wird das Projekt vor Ort begleitet und langfristig weiterentwickelt.
Wer profitiert
Die Wirkung des Projekts ist vielfältig und erreicht unterschiedliche Bereiche des täglichen Lebens:
- Bewohnerinnen und Bewohner des Dorfes
- Bauern aus der Umgebung
- eine öffentliche Schule
- eine Klinik
- ein Kloster
- die Gemeindeverwaltung und Infrastruktur
- eine Tierklinik
Nachhaltigkeit und Perspektive
Das Projekt ist langfristig angelegt und wächst stetig weiter. Ziel ist es, die Energieversorgung auszubauen und weitere Orte zu erreichen. Gleichzeitig entstehen neue Perspektiven – etwa durch geplante Bildungsangebote und lokale Strukturen, die die Selbstständigkeit der Menschen stärken.
Vor Ort getragen
Das Projekt in Debo wird von unserem Vereinsgründungsmitglied Wolde Georgis Demissie geleitet und betreut. Durch seine enge Verbindung zur Region und die Zusammenarbeit mit lokalen Partnern wird sichergestellt, dass die Maßnahmen nachhaltig wirken und den tatsächlichen Bedürfnissen entsprechen.
Wo liegt Debo?
Debo ist ein Dorf in Äthiopien, etwa 450 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Addis Abeba. Die Region ist ländlich geprägt, viele Menschen leben von der Landwirtschaft und haben nur eingeschränkten Zugang zu Infrastruktur wie Strom oder sauberem Wasser.
Genau hier setzen unsere Projekte an: Wir schaffen gemeinsam mit den Menschen vor Ort Lösungen, die den Alltag nachhaltig verbessern und neue Perspektiven eröffnen.

Die Geschichte des Projekts
Das Projekt in Debo ist aus einer klaren Überzeugung heraus entstanden: nachhaltige Hilfe beginnt dort, wo Menschen vor Ort einbezogen werden. Selbsthilfe Äthiopien e.V. wurde 1985 in Berlin gegründet – als Reaktion auf die große Hungersnot in Äthiopien. In den ersten Jahren unterstützte der Verein Hilfsorganisationen und organisierte internationale Workcamps, bei denen junge Menschen aus Deutschland und Äthiopien gemeinsam an Projekten arbeiteten.
Mit der Zeit entwickelte sich der Ansatz weiter. Der Fokus verlagerte sich auf kleinere, nachhaltige Projekte mit langfristiger Wirkung – insbesondere im Bereich erneuerbarer Energien. So entstand die Idee für das Projekt in Debo.
Der Ort wurde bewusst gewählt: Unser Vereinsmitglied Wolde Georgis Demissie stammt aus dieser Region und kennt die Gegebenheiten vor Ort genau. Dadurch konnten von Anfang an enge Kontakte aufgebaut und die tatsächlichen Bedürfnisse der Menschen einbezogen werden. Gemeinsam mit der Dorfgemeinschaft wurde der Bedarf klar formuliert: Strom für Schule, Klinik, Kloster und Verwaltung.
Nach ersten Windmessungen und der Ausbildung lokaler Techniker begann 2006 der Aufbau einer Wind- und Solaranlage – größtenteils mit Materialien und Know-how aus Äthiopien. Ein wichtiger Schritt, um die Wartung und Weiterentwicklung langfristig vor Ort zu sichern.
Heute zeigt das Projekt, was möglich ist, wenn Technik, lokales Wissen und gemeinsames Engagement zusammenkommen: Eine Energieversorgung, die nicht nur Infrastruktur schafft, sondern echte Entwicklung ermöglicht.
Weiterentwicklung der Wind- und Solarenergie in Debo
Zwischen 2007 und 2017 wurden die Wind- und Solaranlagen in Debo stetig weiterentwickelt und optimiert. Das Windrad arbeitete zunächst mit Stoffsegeln, die sich aufgrund ihres hohen Gewichts langfristig als problematisch für die Anlage erwiesen. Kunststoffsegel boten später eine deutlich bessere und langlebigere Alternative.
An Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner außerhalb des Stromnetzes wurden aufladbare Akkus verteilt. Zudem verlegte die Dorfbevölkerung gemeinsam rund 900 Meter Erdkabel, um den Strom sicher und zuverlässig zu zentralen Einrichtungen wie Krankenhaus, Schule, Kloster und Marktplatz zu transportieren.
Für die langfristige Wartung und Betreuung der Anlagen waren außerdem Schulungszentren geplant. Ziel war es von Anfang an, das Wissen vor Ort aufzubauen und die Energieversorgung langfristig eigenständig betreiben zu können.
Seit 2019 erschwerte der Bürgerkrieg in Äthiopien unsere Arbeit erheblich. Debo war von Addis Abeba aus zeitweise nur unter großer Gefahr erreichbar, wodurch die Projektarbeit für etwa ein Jahr ausgesetzt werden musste. Eingegangene Spenden wurden in dieser Zeit an ein Waisenhaus in Debo weitergeleitet, das unter anderem Kriegsflüchtlinge aufnahm. So konnten bis 2023 insgesamt 16.750 € überwiesen werden.
Seit 2025 hat sich die Lage etwas beruhigt, sodass wir unsere Arbeit und die Unterstützung der Projekte wieder fortsetzen konnten.
